Berufung

Priester

Der Priester sucht zusammen mit den Menschen im Hier und Heute nach Spuren Gottes. Er tut dies im Wissen darum, dass Gott der Grund allen Lebens ist.

Als Seelsorger ist der Priester im Team mit anderen Frauen und Männern im Pastoralen Dienst und im Ehrenamt tätig. Er ist Zuhörer, Gesprächspartner, Initiator, Koordinator und vieles mehr. Aber vor allem spricht er den Menschen den Segen Gottes zu. Das geschieht beispielsweise in der Feier der Sakramente, insbesondere in der regelmäßigen Feier der Heiligen Messe, bei Taufen, Trauungen oder Krankensalbungen, aber genauso bei kleinen und großen Momenten des persönlichen Lebens oder zu besonderen Ereignissen. Er verkündet die Frohe Botschaft und hat Freude am caritativen Dienst.

Im Bistum Essen bieten wir persönliche Begleitung bei den Fragen nach der eigenen Berufung. Die Priesterausbildung für das Bistum Essen wird in Kooperation mit dem Bistum Münster durchgeführt. Während des Propädeutikums und der Studienphase leben die Priesterkandidaten für das Bistum Essen mit vielen weiteren Studierenden und den Priesterkandidaten für das Bistum Münster im Priesterseminar Borromaeum - im Herzen der Stadt Münster. Von hier aus studieren sie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Für Spätberufene mit abgeschlossener Berufsausbildung, auch ohne Abitur, die mindestens 25 Jahre alt sind, besteht nach Prüfung die Möglichkeit zum Studium mit Kirchlichem Abschluss im Spätberufenenseminar Lantershofen.

Voraussetzungen

  • Freude an einem Leben aus dem Glauben sowie an der aktiven und kreativen Mitgestaltung von Kirche
  • Ehrenamtliche oder hauptberufliche Erfahrungen in einem kirchlichen Bereich
  • Bereitschaft und Fähigkeit, auf Sorgen und Nöte von Mitmenschen einzugehen
  • menschliche Reife, psychische Gesundheit und eine entsprechende Belastbarkeit
  • Teamfähigkeit sowie eine gute Kommunikationskompetenz und Lernbereitschaft
  • Abitur und Bereitschaft zum Theologiestudium oder bereits vorliegender Studienabschluss Magister Theologiae

Ausbildungsinhalte

In der Priesterausbildung legen wir auf vier Dimensionen des Lernens und Wachsens besonderen Wert:

1. Menschliche Reife

2. Geistliches Leben

3. Theologische Qualifikation

4. Pastoral-praktische Befähigung

Hierzu unterscheiden wir die Zeit der Ausbildung in Propädeutikum, Studienphase, Berufseinführungsphase und lebenslanges Lernen.

 

Studienphase in Münster

  • Mitleben im Priesterseminar Borromaeum in Münster und Teilnahme an den spirituellen und gemeinschaftlichen Aktivitäten sowie dem Ausbildungsprogramm der Priesterkandidaten
  • Begleitung durch den Regens des Bistum Essen und die Bischöfliche Beauftragte für die Ausbildung des Pastoralen Personals im Bistum Essen, sowie durch den Regens und die weiteren Ausbildungsverantwortlichen des Bistums Münster (und des Bistum Essen)
  • Start der Ausbildung mit dem propädeutischen Jahr
    • Sprachenjahr (Erlernen der Sprachen Hebräisch, Altgriechisch und Latein)
    • Einführung in das Geistliche Leben
    • Einführungskurse in Theologie und Philosophie
    • Praktika
  • Theologische Studien: Vollstudium Theologie mit Magisterabschluss an der Universität Münster, Regelstudienzeit 10 Semester

Berufseinführungsphase

  • Gemeindejahr in einer Pfarrei des Bistum Essen als Pastoraler Mitarbeiter
  • Teilnahme am Pastoralkurs mit den Pastoral- und GemeindeassistentInnen der Bistümer Essen und Münster und am überdiözesanen Pastoralkurs mit den Priesterkandidaten aus weiteren deutschen Bistümern
    • Religionspädagogische Ausbildung an einer Schule des Bistum Essen
    • Pastoralpsychologischer Basiskurs in Münster
    • Pastoraltheologische Studienwochen in Münster und Essen
    • Überdiözesaner Pastoralkurs der nord- und mitteldeutschen Bistümer vor der Diakon- und Priesterweihe
    • Recollectio-Tage, Geistliche Begleitung und Exerzitien
  • Mentorat durch einen Priester des Bistum Essen in der Einsatzpfarrei: regelmäßige Treffen, Praxisreflexion, Anleitung und Austausch
  • Nach dem Gemeindejahr erfolgt in der Regel die Diakonweihe und nach dem Diakonatsjahr in der Regel die Priesterweihe; der diözesane Pastoralkurs wird als Neupriester zu Ende geführt

Lebenslanges Lernen

  • In der Regel sind die Neupriester für vier Jahre als Kaplan in einer Pfarrei des Bistums Essen eingesetzt
  • Fortbildungskurs „Pastorale Herausforderung“ für alle Pastoralen Dienste nach Beauftragung oder Priesterweihe
  • Spätestens sieben Jahre nach der Priesterweihe absolvieren alle Priester das Pfarrexamen.
  • Alle Pastoralen Dienste sind angehalten, im Sinne des lebenslangen Lernens regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen, die das Bistum für alle Berufsgruppen anbietet.