Mein Weg ins Bistum

Wie ich gerade Lust und Zeit habe: mit dem Auto, der U-Bahn, dem Fahrrad oder manchmal auch zu Fuß. Beruflich zunächst eher zufällig – das heißt, soweit man an Zufälle glaubt. Nach der Referendarzeit brachte mich ein Bekannter auf die – für mich damals überraschende – Idee, dass es beim Bistum auch Stellen für „normale Juristen“ gibt. Die Initiativbewerbung kam zunächst nur auf einen „nicht uninteressant“-Stapel, rutschte dann in ein Verfahren zur Besetzung einer überdiözesanen, in Essen angesiedelten Stelle für die arbeitsrechtlichen Gremien der Bistümer in Nordrhein-Westfalen. Nach knapp sechs Jahren ergriff ich die Gelegenheit, in die konkrete Personalarbeit des Bistums Essen zu wechseln.

Meine Aufgabe im Bistum

...ist vielfältig und immer wieder voller Überraschungen – genauso, wie die Menschen, mit denen wir es zu tun haben. 

Mit den Kolleginnen und Kollegen im Dezernat begleiten wir die Beschäftigten in allen arbeitsrechtlichen und manchen persönlichen Fragen – vom ersten Kontakt und der Auswahl im Bewerbungsverfahren über das komplette Arbeitsverhältnis und manchmal darüber hinaus. Wir versuchen, mit dem entsprechenden Einsatz der Beschäftigten eine gute Arbeit in den Bereichen des Hauses zu gewährleisten. Wir sichern die Zahlung der Gehälter, informieren im Bistum über arbeitsrechtliche Änderungen und gestalten deren Umsetzung mit den Verantwortlichen im Haus, erarbeiten Informationsmaterial, gestalten Schulungen.

Zu meiner Arbeit gehören Gespräche mit Führungskräften und Mitarbeitenden, mit der Personalentwicklung, unserer Mitarbeitervertretung. Ich bin in konzeptioneller und Gremienarbeit im Bistum und darüber hinaus eingebunden. Zudem vertrete ich das Bistum unter anderem in arbeitsrechtlichen Gremien in Nordrhein-Westfalen – hier beschließen wir, ähnlich wie Tarifkommissionen, die arbeitsrechtlichen Regelungen –, und gegenüber der Diözesanen Arbeitsgemeinschaft, dem Zusammenschluss aller Mitarbeitervertretungen im Bistum. 

Darum arbeite ich für Kirche

Zunächst einmal: Weil mir hier und nicht woanders eine spannende Stelle angeboten wurde. Ich bin aber gerne dabei geblieben, weil ich die Arbeit der Kirche wichtig finde und sie mit meinen Mitteln unterstützen kann. Ich habe gemerkt, dass ich etwas bewirken kann – für das Bistum und die Beschäftigten. Ich kann hier Personalarbeit machen, die meinen Werten entspricht, muss mich nicht verbiegen. Klar, bei uns muss nicht weniger gearbeitet werden als anderswo und wir müssen auch Dinge gegen Widerstände durchsetzen – aber wir gehen, ohne dass ich das genau beschreiben könnte, anders miteinander um. Basis ist das christliche Menschenbild, der besondere gegenseitige Respekt. Wir haben das Ziel, Konflikte möglichst miteinander und nicht über Dritte zu lösen. Das ist nicht immer einfach, weil es jeden persönlich fordert, lohnt sich aber meist.

Das schätze ich hier besonders

Die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und eigenständigen Arbeit, die ich immer wieder von meinen Vorgesetzten bekommen habe und bekomme, die Kolleginnen und Kollegen im Personaldezernat, die offene Zusammenarbeit mit der Mitarbeitervertretung, viele der anderen Kolleginnen und Kollegen, ihr Vertrauen, ihr Engagement und ihre Bereitschaft der gegenseitigen Unterstützung in dienstlichen und privaten Dingen und ... die ständig vorhandene Möglichkeit, mit den Anhängern unterschiedlichster Teams das jeweils jüngste Fußballspiel zu diskutieren.