Mein Weg ins Bistum Essen:

Ehrlich gesagt bin ich ein Immigrant aus dem Bistum Münster, wo ich zunächst mein Diplomstudium abgeschlossen habe. Anschließend absolvierte ich den Promotionsstudiengang Theologie an der Ruhr-Universität Bochum. So kam ich ins Bistum Essen.

Meine Aufgabe im Bistum:

Ich arbeite als Dozent an der Katholischen Akademie des Bistums Essen, „Die Wolfsburg“. Dort bin ich für die Themenbereiche Theologie, Kirche, Religion und Spiritualität zuständig. Ab und an bearbeite ich auch zeitgeschichtliche Themen, was meiner fachlichen Neigung zur kirchlichen Zeitgeschichte entgegenkommt. Als Akademiedozent betreibe ich Themenmanagement, d.h. ich orientiere mich in meiner Fragestellung an menschlichen Erfahrungs- und Fragehorizonten wie z.B. dem Streben nach Glück oder dem Umgang mit Sterben und Tod. Ich bemühe mich dabei um eine interdisziplinäre und multiperspektivische Annäherung an die verschiedenen Themen. Nehme ich das Thema „Tod“ als Beispiel, würde ich mich nicht nur mit Theologinnen und Theologen unterhalten, sondern auch mit Sachkundigen der Psychoanalytik, mit Bestattenden, Seelsorgenden, Kunstschaffenden usw. Gerade diese verschiedenen Facetten und die Zusammenarbeit mit Personen aus allen nur denkbaren gesellschaftlichen Teilbereichen machen meine Arbeit äußerst abwechslungsreich und spannend. Ich lerne selbst außerordentlich viel bei meinen Veranstaltungen dazu.

Darum arbeite ich für Kirche:

Weil ich dort meine eigenen Fragen platzieren und buchstäblich mit Leben füllen kann. Ich sehe innerhalb der Kirche einen enormen Veränderungsdruck, der viele Gläubige erschreckt, lähmt und frustriert. Gleichzeitig eröffnet sich in meinen Augen Kirche bei genauerem Hinsehen aber auch eine Vielzahl ungeahnter Möglichkeiten, zu einer wirklichen Lebensnähe zurückzufinden und bei vielen Menschen verlorenes Vertrauen und Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Daher wünsche ich mir vor allem eine hörende und nachdenkliche Kirche, die es mit Zeitgenossenschaft ernst meint, sich aufrichtig den Fragen und Sorgen – auch der kirchenfernen – Menschen aussetzt und insbesondere die „Fremdprophetie“ neu schätzen lernt. Ich wünsche mir, dass Kirche eine Haltung von Kirchesein einnimmt und kultiviert , die nicht hinter jeder Erosion von Gewohnheiten, Strukturen und Traditionen Verfall und Niedergang sieht, sondern den Stier „Zukunft“ bei den Hörnern packt und die Herausforderung zum Gestalten annimmt.

Das schätze ich hier besonders: 

Auf meine Stelle als Akademiedozent bezogen schätze ich ganz besonders das freie und ergebnisoffene Arbeiten mit Menschen unterschiedlichster Profession und biographischer Hintergründe. Die „Wolfsburg“ ist ein Schmelztiegel von Themen und Temperamenten, der Mut macht, die Kirche auf ihrem Veränderungsprozess zu begleiten und zu unterstützen.